Ringeltaube

Columba palumbus

Ringeltaube (Columba palumbus)
Foto: Peashooter (Pixelio)
Ringeltaube (Columba palumbus)

Erscheinungsbild

  • Körperlänge: 42 cm
  • Flügelspannweite: ca. 75 cm
  • Gewicht: ca. 500 g
  • größte und häufigste Wildtaube
  • Gefieder: Kopf und Hals mohnblau, Schulter und Flügel blaugrau, Nacken und Hals purpurrosa glänzend mit grünem metallischen Schimmer, an der Brust in das schmutzig weiß der Unterseite übergehend
  • breites weißes Band auf der Flügeloberseite und breiter, weißer Fleck am Hals; Jungtauben noch ohne weißen Halsfleck
  • Augen gelb, Beine rot
  • beim Abfliegen klatschender oder pfeifender Flügelschlag
  • männliche Tauben (Tauber) sind etwas kräftiger gefärbt und schwerer als weibliche Tauben (Täubinnen), aber die Unterschiede sind zu gering, um die Geschlechter im Freiland zu unterscheiden.
  • weitere Namen: Große Holz-, Blau-, Block-, Kohl-, Pfund-, Schlagtaube

Lebensraum

  • In Waldgebieten aller Art bis zur Baumgrenze, in Feldgehölzen, Alleen, Parkanlagen, Obstgärten und größere Gärten.
  • Im Stadtgebiet von Bremen und in den bremischen Stadtrandrevieren kommt die Ringeltaube in großer Zahl vor. Flüge von Dutzenden Tauben sind keine Seltenheit und auf Ackerflächen fallen sie oft in Schwärmen zu Hunderten ein und gehen zu Schaden, besonders auf Raps- und Getreideschlägen.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • In ganz Europa, ausgenommen Nord-Skandinavien
  • Ordnung der Tauben (Columbiformes), Familie der Tauben (Columbidae)

Nahrung

  • vor allem Pflanzenfresser: Sämereien, Getreide, Hülsenfrüchte, Beeren, Klee-, Raps-, Kohlblättchen, aber auch Würmer, Insekten und Larven
  • Die Ringeltaube richtet als Schwarmvogel in Gärten, Gemüsefeldern und reifen Getreideschlägen oft große Schäden an.

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Die Ringeltaube hört und sieht sehr gut.
  • Revierruf des Taubers ("Rucksen"): dumpf gurrende, individuell variierende Rufreihe, bis 300 m weit zu hören.
  • Balzruf des Taubers
  • Bettelruf bei den Jungvögeln.
  • Außerhalb der Fortpflanzungszeit keine Lautäußerungen, nur gelegentliches Rufen der Tauber an sonnigen Wintertagen.

Fortpflanzung

  • brütet zwei bis drei Mal im Jahr
  • erste Legezeit im April
  • Bodenbalz: der Tauber trippelt hinter der Taube her, verbeugt sich würdevoll und gurrt lockend
  • Flugbalz: Imponierflüge
  • Ringeltauben bleiben während der Brut als Paar zusammen.
  • Beide Eltern kümmern sich um die Brut.
  • Das ungepolsterte Nest wird meist im Wipfel eines großen Baumes gebaut; der Tauber bringt seiner Partnerin dürre Zweige und Stängel, die diese lose zusammen steckt. Taubennester sind an dieser 'provisorischen' Bauart gut zu erkennen.
  • zwei bis drei Eier pro Gelege
  • Brutzeit: 16 bis 18 Tage
  • Die Jungtiere schlüpfen blind, nach acht bis zehn Tage öffnen sich die Augen.
  • Die Eltern füttert Jungen in den ersten Tagen mit Kropfmilch, ein sehr nährstoffreiches Sekret, dass von den Kropfwänden ausgeschieden wird.
  • Nach 30 Tagen sind die Jungtauben flügge, nach einem Jahr geschlechtsreif.

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Ringeltauben sind sehr gesellig und bilden nach der Brut größere Schwärme, die je nach Nahrungsangebot weit umherstreifen.
  • Pro Schwarm meist 30 bis 80 Vögel, selten 400.
  • In Mitteleuropa überwiegend Teilzieher, d. h. ein Teil der Vögel zieht nach der Brutzeit in ein Winterquartier, die übrigen bleiben im Brutgebiet (sog. 'Standvögel')
  • Winterquartiere der mitteleuropäischen Ringeltauben sind in Westeuropa und im mediterranen Raum.
  • Die Ringeltaube kann im Freiland 21 Jahre alt werden.

Gefahren

  • Natürliche Feinde der Ringeltaube: Greifvögel und Eulen
  • Gelege-Räuber: Elstern, Krähen, Eichelhäher, Marder, Eichhörnchen und Katzen
[Quelle: DJV / LJB]