Jägerlehrgang 2010: Es liegt an uns, was wir aus dem Gelernten machen.
Jungjägerin Clara Hoerstrup berichtet, wie sie Ihre Ausbildung erlebte.
Foto: Marko Reinhold
Die arfolgreichen Absolventen des Jägerlehrgangs 2010/2011 mit Lehrgangsleiter Jochen Leisse (links) bei der Abschlussfeier am 16.5.2011
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Im Frühjahr 2011 haben 10 Teilnehmer des Jungjägerlehrgangs 2010/2011 der Landesjägerschaft Bremen erfolgreich die Jägerprüfung bestanden. Nach fast siebenmonatiger praktischer und theoretischer Ausbildung nahmen sie stolz ihren vorläufigen Jägerbrief aus den Händen von Stadtjägermeister Harro Tempelmann in Empfang. Damit war für die Prüflinge eine zeitintensive, umfang- und abwechslungsreiche Ausbildung zum Jungjäger abgeschlossen.
Das theoretische Wissen zu den Themengebieten Wald- und Umweltkunde, Fallenjagd, Feder-, Haar- und Raubwild, Waffenkunde, Wildtierkrankheiten, Jagdrecht, Jagdgebrauchshundewesen und jagdliches Brauchtum wurde an zwei Abenden der Woche vermittelt. Lehrgangsleiter Jochen Leisse hatte junge Jäger und Jäger mit teils jahrzehntelanger Erfahrung gefunden, die sich bereit erklärten, die genannten Themen zu vermitteln, sodass die Kursteilnehmer von umfangreichem Fachwissen, gespickt mit großem Praxisbezug profitieren konnten. Die Abende in der Bromberger Straße waren zwar lang, aber in den seltensten Fällen langweilig. Sicherlich gab es nach den ersten Monaten kleinere Motivationstiefs, doch diese wurden durch reichlich Nervennahrung und gegenseitigen Zuspruch, aber noch viel mehr durch den praktischen Teil der Ausbildung wieder verlassen.
Jeden Samstag Vormittag, ausgenommen die Monate der Winterpause, verbrachten die angehenden Jungjäger auf dem Schießstand Waakhausen, um die erforderlichen Fertigkeiten beim Büchsen- und Flintenschießen zu erlernen und stetig zu verbessern und den sicheren Umgang mit der Waffe auch im Schlaf zu beherrschen. Das Schießen auf die Rehscheibe im Sitzen stellte sich nach einigen Schüssen als machbar heraus. Langsam an den Büchsenschuss mit immer größer werdenden Kalibern gewöhnt, hatte man zum Schluss am meisten mit sich und seinem Herzschlag zu kämpfen. Anders sah es beim Skeetschießen aus. Zunächst benötigte ein jeder eine eigene passende Flinte, ein völlig neuer, komplexer Bewegungsablauf musste erlernt werden und schließlich flogen die Tauben auch noch je nach Wind anders. Der Gedanke, die Flinte sprichwörtlich ins Korn zu werfen, blitzte bei dem einen oder anderen sicherlich auf, doch es wäre nicht nötig gewesen. Die beiden verantwortlichen Ausbilder brachten alle Kandidaten mit unermüdlichem Einsatz, Zusatzstunden und aufbauenden Worten erfolgreich durch die Prüfung, so sie denn angetreten wurde.
Viele Sonntage waren für Reviergänge reserviert. Kniehoher Schnee, waagerecht fliegender Regen und eisiger Wind konnten nicht verhindern, dass die Lehrgangsteilnehmer praktische Erfahrungen im Revier sammelten. Sie lernten die verschieden Arten der Fallen und deren Handhabung kennen, die einzelnen Varianten der Treibjagden wurden besprochen und durchgespielt, zahlreiche jagdlich geführte Hunderassen wurden vorgestellt, Reviereinrichtungen wurden gezeigt und Jagdhornsignale wurden immer wieder vorgespielt, damit sie auch in Zukunft sicher erkannt werden können. Außerdem mit auf dem Programm: Ein Besuch des Vogelmuseums in Osterholz und im Jagdschloss Springe. Bei diesen Ausflügen in die Natur, bei denen auch immer die Familiemitglieder der Lehrgangsteilnehmer willkommen waren, konnte das theoretisch bereits Besprochene mit Leben gefüllt werden, was immer wieder bei der Fülle des Stoffs sehr hilfreich war.
Es war eine umfassende Ausbildung, in deren Mittelpunkt die Verantwortung des Jägers für die Natur und ihre Geschöpfe stand. Was die Teilnehmer aus dem Gelernten machen, liegt jetzt in ihrer Hand, doch sie sind gut gerüstet.
[Quelle: Clara Hoerstrup]
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