[26.08.2010]

Viele Füchse und zunehmend Neozoen im Land Bremen

Das Institut für Wildtierforschung (IWFo) stellt seinen Bericht 2009 für Bremen vor.

Seit dem Jahr 2002 lässt die Landesjägerschaft Bremen e.V. (LJB) für verschiedene im Bundesland Bremen vorkommende Wildarten regelmäßig Bestandszählungen durchführen. Beauftragt mit deren Durchführung ist das Institut für Wildtierforschung (IWFo) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Auf Basis von dessen Ergebnissen wird die nachhaltige Nutzung der Wildbestände im Bundesland Bremen beurteilt.

In seinem neuesten Bericht für das Jahr 2009 stellt das IWFo fest, dass im Land Bremen (speziell BHV) deutlich mehr Füchse leben als im übrigen Bereich des Naturraums Ems-Weser-Marsch (dem die Städte Bremen und Bremerhaven zuzuordnen sind). „Dies bestätigt die These, dass der Fuchs im städtischen Bereich mittlerweile in höherer Populationsdichte vorkommt als auf dem Land. Entsprechend steigt die Jagdstrecke des Fuchses in Bremen und Bremerhaven seit Jahren kontinuierlich an“, kommentiert Stadtjägermeister Harro Tempelmann die Veröffentlichung und erklärt: „Unter anderem kann dies die Folge eines besseren Nahrungsangebotes in der Stadt wie beispielsweise durch Komposthaufen zurück zu führen sein.“ (Verdeutlichung: Fuchs-Strecke 2006/2007=143 Füchse / Fuchs-Strecke 2009/2010=233 Füchse).

 

Durchlöchert wie ein Käse – Deichvogt Jan-Gerd Bätjer und Stadtjägermeister Harro Tempelmann untersuchen Schäden durch Kaninchen-Baue an einem Deich in der Nähe von Arsten
Foto: LJB / Thomas Dürr
Durchlöchert wie ein Käse – Deichvogt Jan-Gerd Bätjer und Stadtjägermeister Harro Tempelmann (rechts) untersuchen Schäden durch Kaninchenbaue an einem Deich in der Nähe von Arsten
 

Die Besätze der Kaninchen erholen sich langsam, nachdem sie in der Vergangenheit durch die Krankheiten RHD (Rabbit Haemorraghic Disease = Chinaseuche) und Myxomatose vielerorts weitgehend zusammen gebrochen waren. Der Anteil der bremischen Jagdbezirke, in denen heute 10-100 oder sogar schon wieder mehr als 100 Kaninchen leben, nimmt zu. „Damit wächst auch die Gefahr von Schäden an den Deichanlagen. Manche Deiche sind von Kaninchenbauen durchlöchert wie ein Käse“, warnt der Stadtjägermeister und bittet die bremischen Jäger speziell in Deichnähe Jungkaninchen intensiv zu bejagen.

Zum Vergrößern klicken Auch der aus Nordamerika stammende Waschbär breitet sich als Neozoon (Neubürger) stetig aus. Ebenso der aus Ostasien stammende Marderhund. Beide Arten kommen in den Bremen umgebenden Landkreisen bereits kontinuierlich vor. Der Marderhund ist schon wiederholt in Borgfeld gesichtet worden. Waschbär und Marderhund unterliegen in Bremen zurzeit nicht dem Jagdrecht, so dass bei anhaltender Ausbreitung eine fortschreitende Besiedelung Bremens durch beide Neozoen zu erwarten ist.

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Erfreulich ist, dass die Populationsdichte des Feldhasen in den Jagdbezirken Bremens zwischen 2002 und 2009 weitgehend konstant geblieben ist. Im Frühjahr 2009 lebten im Land Bremen pro 100 Hektar durchschnittlich 17 Feldhasen. Dies sind – zusammen mit dem angrenzenden Niedersachsen – im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich viele. Zurück zu führen ist diese Zahl auf die sehr guten Lebensbedingungen für Hasen im westlichen Teil der Norddeutschen Tiefebene.

 

[Quelle: LJB / Thomas Dürr]