[08.04.2010]

Müll – eine tödliche Falle

Anlässlich der Aktion ´Bremen räumt auf` am 16. April bittet Bremens Stadtjägermeister: „Tiere vor qualvollem Verenden bewahren. Müll nicht in der Landschaft entsorgen.“

Grausamer Tod – der Hirsch hat sich in Schnüren verfangen und ist nach stundenlangem Todeskampf qualvoll verendet.
Foto: T. Dürr (LJB)
Wildtiere wie dieser Damhirsch können sich in achtlos entsorgter Weidezaunlitze und ähnlichen Schnüren verheddern und verrecken elendig.
Am 16. April heißt es wieder „Bremen räumt auf“. Dann werden tausende Bürger an eigens eingerichteten Ausgabestellen Müllsäcke, Handschuhe und Routenpläne entgegen nehmen und Müll einsammeln.

Im Gegensatz zu der Event-artigen Großveranstaltung leisten Jäger ohne vorherige Pressekonferenz, ohne motivierendes Rahmenprogramm und ohne konzeptionelle Begleitung durch eine eigens für diesen Zweck engagierte Marketing-Agentur einen ebensolchen Dienst an unserer Umwelt – ganz einfach aus Liebe zur Natur und der Tierwelt, aber im Stillen und darum weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit.

„Immer wieder kommt es vor, dass Zeitgenossen Haus- und Sperrmüll am Straßenrand abstellen oder in den Wald kippen. Dies ist nicht nur unnötig – weil es dafür ja spezielle Annahmestellen gibt –  sondern auch illegal“, sagt Bremens Stadtjägermeister Harro Tempelmann. Jahr für Jahr werden auch kubikmeterweise Bauschutt, Säcke mit Tapetenresten, alte Teppiche oder Waschbecken und Toilettenschüsseln an Straßenrändern oder im Wald illegal abgekippt. Oft sind es dann die Jäger, die die unangenehmen Hinterlassenschaften auf eigene Kosten zu den Entsorgungsbetrieben fahren und sachgerecht beseitigen.

„Wo Müll liegen bleibt, kommt umgehend weiterer Müll hinzu. Ruckzuck hat man dann eine wilde Müllkippe im Revier“, beschreibt der Stadtjägermeister das Phänomen. Besondere Probleme verursachen Konserven: Oft bleiben beispielsweise Füchse mit dem Fang in Konservendosen hängen und ersticken qualvoll. Kleinere Tiere wie Igel krabbeln ganz hinein und bleiben stecken. Immer wieder kommt es auch vor, dass sich Tiere an Glasscherben oder Kronkorken schwer verletzen. Rehe und Hirsche verheddern sich in Drähten und Bändern und schnüren sich Gliedmaßen ab oder strangulieren sich zu Tode. Und wenn Vögel Reste von Plastiktüten oder Kunststoffen in ihre Nester einbauen, werden diese so dicht, dass Regenwasser nicht mehr abläuft und die Jungen ertrinken. Damit die Wildtiere nicht zu Schaden kommen, entsorgen die Jäger solchen Unrat.

„Immer wieder landen Altreifen, Fernseher, Stereo-Anlagen und sogar Waschmaschinen in der freien Landschaft“, erklärt Tempelmann. Für die Aufklärung solcher illegaler Müllbeseitigung ist das Ordnungsamt zuständig. Wenn es eingeschaltet wird, versucht es zu klären, wer für den Müll verantwortlich ist. Werden die Verursacher ermittelt, drohen Anzeigen und empfindliche Strafen.


[Quelle: LJB]