Streusalzreste und frisches Grün ziehen jetzt Rehe magisch an
Landesjägerschaft Bremen warnt vor Gefahr durch Wildtiere an Bremens Straßen.
Foto: DJV
177 Rehe kamen im Jagdjahr 2009 in Bremen auf diese Weise zu Tode. Das sind 43% der Jahresstrecke!
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Beinahe jeder Mensch hat schon einmal plötzlichen Heißhunger auf etwas Herzhaftes gehabt. Auch Rehe und andere Pflanzenfresser verspüren dieses Verlangen nach Salzigem. Mit dem anstehenden Fellwechsel, den bevorstehenden Geburten des Nachwuchses und dem Aufbau des Geweihs steigt nämlich bei den Pflanzenfressern der Bedarf an Mineralien. Dieses Salz finden sie – dank winterlichem Streudienst – am Straßenrand und so halten sich zurzeit Rehe vermehrt in der Nähe von Straßen auf und wechseln dabei auch unerwartet über die Fahrbahn.
„Jetzt ist die Zeit, in der Autofahrer besonders vorsichtig fahren sollten“, warnt Gerhard Delhougne, Präsident der Landesjägerschaft Bremen. Der bremische Winterdienst hat in diesem Winter mehr als 12000 Tonnen Streusalz und Sand auf Bremens Straßen ausgebracht. Solches Salz ist ein wahrer Leckerbissen für Rehe und andere Tiere, die üblicherweise ihren Mineralienbedarf über die oft als ´Unkraut` bezeichneten Wildkräuter decken. „Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung sollten Autofahrer vorsichtig fahren und an Übergängen zwischen Wäldern und Feldern außerordentlich aufmerksam sein“, empfiehlt der Präsident. Denn vor allem dort steigt durch die zunehmende Aktivität der Tiere im Frühjahr die Zahl der Kollisionen regelmäßig an.
Die Wucht eines Zusammenstoßes mit einem Reh wird oft unterschätzt. Doch schon bei nur 60 Stundenkilometern beträgt die Aufprallenergie das 25-fache des Körpergewichts des Tieres! Dies entspricht dann schnell mehr als einer halben Tonne Gewicht! In der Stadtgemeinde Bremen sind im vergangenen Jagdjahr 177 Rehe und 5 Wildschweine und in Bremerhaven 16 Rehe in Verkehrsunfälle verwickelt und dabei getötet worden. Der Sachschaden an Fahrzeugen war dabei zum Teil erheblich.
[Quelle: LJB]
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