[09.10.2009]

Infobrief des Bayrischen Landesjagdverbandes zum Austritt aus dem DJV

Austritt des BJV aus dem DJV / Angebot zur weiteren Zusammenarbeit


Audiatur et altera pars - man höre auch die andere Seite. Diesem alten römischen Rechtsgrundsatz folgend, veröffentlichen wir für unsere Mitglieder an dieser Stelle den Infobrief des Bayrischen Landesjagsverbandes (BJV), den wir nach dem Beschluss der außerordentlichen BJV-Landesversammlung am 19. September 2009 in Ingolstadt erhielten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der BJV hat letzten Samstag bei seiner außerordentlichen Landesversammlung mit überwältigenden 98,4 Prozent der anwesenden Stimmen den Austritt aus dem Deutschen Jagdschutzverband (DJV) beschlossen.

Wie notwendig dieser Trennungsbeschluss war, zeigte die Reformverweigerung des DJV, der bei seiner Sonderdelegiertentagung am 15. September 2009 in Bonn jeden wirklichen Reformvorschlag ablehnte - und das nach knapp 23 Monaten Reformdebatte!

Der mutige Schritt in die Eigenständigkeit zeigt vor allem eines: Den Willen des BJV, den Föderalismus in Deutschland auch im Jagdverbandswesen zu stärken. Wir bayerischen Jägerinnen und Jäger haben zusammen Rückgrat bewiesen und der unverantwortlichen Hinhaltetaktik des DJV hinsichtlich der überfälligen Verbandsreform eine klare Absage erteilt.

Hierfür darf ich allen, die im Rahmen der DJV-Reformdebatte auf so hervorragende Weise mit Rat und Tat zur Seite standen, herzlich danken. Ohne Sie wäre der Erfolg der außerordentlichen Landesversammlung des BJV im Zeichen einer starken bayerischen Jagdpolitik nicht möglich gewesen!

Jagdpolitische Zusammenarbeit trotz Differenzen in Strukturfragen
Obwohl der DJV gegenüber dem Bayerischen Jagdverband alle Türen zuschlägt, reicht der BJV auch nach seinem Austritt die Hand zur Zusammenarbeit: So erklärte die Landesversammlung des BJV ihre ausdrückliche Bereitschaft, sich weiter für eine gemeinsame deutsche Jagdpolitik einzusetzen und die Kooperation mit den anderen Landesjagdverbänden fortzusetzen.

Eine Resolution zur weiteren Zusammenarbeit mit den anderen Landesjagdverbänden in jagdpolitischen Grundsatzfragen wurde einstimmig angenommen: Vom Erhalt des Revierjagdsystems bis hin zur Beibehaltung der Mindestpachtzeit - wir ziehen mit den anderen Landesjagdverbänden in vielerlei Hinsicht auch weiterhin an einem Strang.

Gründe für den Austritt
Dieses versöhnliche Angebot des BJV darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Austritt aus dem DJV aus Verantwortung für die Jagd in Bayern notwendig war. Folgende Kernkritikpunkte haben uns zu Recht veranlasst, die "Notbremse zu ziehen" und den Austritt zu erklären:

Zusammenfassend müssen wir feststellen:
Die derzeitige Organisationsstruktur im DJV passt nicht mehr zur föderalen Praxis Deutschlands und wirkt lähmend auf die Arbeit des BJV. Der BJV zieht deshalb die Konsequenzen und wird in Zukunft eigenständig die Interessen seiner Mitglieder vertreten.

Ich bedanke mich ausdrücklich für Ihre engagierte Begleitung unseres Weges zur Stärkung der Jagd in Bayern und Deutschland und verbleibe

mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
gez. Prof. Dr. Jürgen Vocke


[Quelle: BJV]

Downloads:
Download Bild BJV-Beschluss zum Austritt aus dem DJV [pdf, 16,7 KB]
Download Bild BJV-Resolution [pdf, 17 KB]
Download Bild Präsentation Beschlussempfehlung Ingolstadt 19.9.2009 [pdf, 2,16 MB]