Rückblick auf den Jägerlehrgang 2008/09
Foto: Jörg Behrens
Bestanden - 19 der 20 erfolgreichen Jungjäger des Jahrgangs 2008/2009
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Der Jungjägervorbereitungslehrgang 08/09 der LJB war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich.
Ungewöhnlich war schon der von der Lehrgangsleitung gewählte Starttermin im Oktober. Wegen der im September stattfindenden Messe "HanseLife" wurde der Lehrgangsbeginn von Anfang September auf Anfang Oktober verlegt, um Interessenten von der Messe den Einstieg in einen schon laufenden Lehrgang zu ersparen. Der nächste Lehrgang wird aber wieder im September beginnen, zumal auf der Messe lediglich ein Teilnehmer geworben werden konnte und durch die festen Prüfungstermine an den letzten beiden Märzwochenenden ein Monat weniger Unterrichtszeit zur Verfügung stand.
Ungewöhnlich war sicherlich auch die hohe Teilnehmerzahl. Die Anmeldungen gingen recht früh ein, so dass auch recht schnell die angepeilte Obergrenze von 18 Teilnehmern erreicht war. Auch das Heraufsetzen auf 20 Teilnehmer brachte nur kurzzeitige Entspannung und so wurden es zu guter Letzt 23, davon 2 Damen, wobei noch 3 Interessenten an den Jungjägerkurs nach Osterholz vermittelt wurden.
Am Eröffnungsabend wurden die 23 Aspiranten aller Altersgruppen vom Vize-Präsidenten, dem Stadtjägermeister und dem Ausbilderteam begrüßt und in bekannter Art und Weise vom Ausbildungsleiter Jochen Leisse auf die folgenden 6 Monate eingestimmt.
Nicht so ungewöhnlich war dann das erste Lehrgangsviertel. Trotz der mahnenden Worte am Eröffnungsabend merkten die angehenden Jungjäger erst so nach und nach, auf was sie sich da eingelassen hatten und spätestens zur ersten Hürde, der Sachkundeüberprüfung Flinte, war allen klar, dass man neben dem Unterricht doch tüchtig lernen muss. Erfolg dieser Feststellung war dann auch, dass alle diese Prüfung auf Anhieb bestanden und sich eine Flinte kaufen konnten.
Von nun an ging es Schlag auf Schlag. Wurde bis hier nur in den Fächern Hege u. Naturschutz und Waffenkunde unterrichtet, kam nun wöchentlich ein neues Unterrichtsfach hinzu und so nebenbei ging es auch mit dem Schießen richtig los.
Die folgenden Wochen vergingen also wie im Fluge. Man musste sich ab nun nicht nur darauf konzentrieren, das bereits Gelernte immer wieder aufzufrischen, sondern so nebenbei allerlei Neues in den Kopf zu kriegen. Hilfreich war hierbei sicherlich das eingespielte und motivierte Ausbilderteam, das stets mit Rat und Tat zur Seite stand und so manchen Wiederholungsabend einstreute. Einzig im Fachgebiet Waffenkunde und in der Schießausbildung waren mit Ralph Rißmeier, Stefan Wasser und John Gray neue Ausbilder am Start, die aber Dank ihres großen Einsatzes und ihres neuen Unterrichtskonzeptes die Aufgabe in diesen wichtigen Fächern, wie die Prüfung gezeigt hat, mit Bravour gemeistert haben.
Foto: Jörg Behrens
Jägerprüfung: Kampf gegen Wurfscheibe und Nerven.
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Nebenbei wurde im Rahmen der Schießausbildung erstmalig ein Durchgang Trap und Kipphase geschossen, zwei komplette jagdliche Kugeldurchgänge auf die vier Wildscheiben mit der Hornet durchgeführt und auch das Kurzwaffenschiessen mit Klein- und Großkaliberwaffen wurde zweimal geübt.
Die Schießausbildung wurde somit nicht nur in Hinblick auf die sichere Handhabung und Prüfung optimiert, sondern dadurch auch interessanter und abwechselungsreicher gestaltet und hat sicherlich auch bei dem einen oder anderen das Interesse am jagdlichen Schießen geweckt. Der Erfolg dieser Maßnahme ließ nicht lange auf sich warten; bei einem kurz nach Lehrgangsende veranstalteten Nadelschießen war die Beteiligung beachtlich und ein Großteil der Teilnehmer konnte die Jahresschießnadeln erreichen; auch einige bronzene Leistungsnadeln wurden errungen. Auch bei der kürzlich ausgetragenen Landesmeisterschaft der LJB waren fünf Teilnehmer des Lehrganges mit am Start, wovon drei weitere die bronzene Leistungsnadel erreichten, und mit der Mannschaft wurden diese mit einem beachtlichen Ergebnis Sieger in der D – Klasse.
Aber zurück zum Lehrgang. Ungewöhnlich war das, was dann ab Mitte Februar spürbar wurde, nicht. Nervosität machte sich langsam breit. Plätscherte der Lehrgang bis hierher doch eher so dahin, wurde es jetzt langsam ernst - nur noch sechs Wochen bis zur Prüfung und noch so viel zu lernen. Dieses Gefühl wurde ab nun zum ständigen Begleiter und gipfelte am letzten Unterrichtstag, einen Tag vor Prüfungsbeginn, bei dem einen oder anderen in blanker Panik.
Foto: Jörg Behrens
Jägerprüfung 2009: Schlimmer als das Wetter - die vielen Fragen!
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An den Prüfungstagen war dann die vorherrschende Gesichtsfarbe weiß, obwohl dazu, wie man immer erst hinterher weiß, gar kein Grund bestand. Die Prüflinge waren gut vorbereitet, die Prüfer waren absolut fair und versuchten auch noch den letzten Punkt irgendwie zu finden, das Wetter spielte zumindest bei der Schießprüfung mit und war so optimal, dass man befürchten musste, die Prüflinge kommen damit gar nicht klar. Das Skeetschießen bei Sonnenschein konnte kaum geübt werden, Lehrgangsbedingungen waren eher 3 Grad, Schneetreiben, Wind in Böen Stärke 9. Einzig das Wetter bei der Revierprüfung ließ zu wünschen übrig, was aber den Ergebnissen nicht schadete.
Und damit kommen wir wieder zu etwas Ungewöhnlichem, den Prüfungsergebnissen. Gute bis sehr gute Prüfungsergebnisse sind zwar keine Seltenheit, aber dass ein so großer Lehrgang mit einem solch guten Prüfungsschnitt besteht, ist sicherlich ungewöhnlich. Auch die Schießergebnisse waren überdurchschnittlich gut, so dass man mit Fug und Recht behaupten kann, dass wir mit der Ausbildung auf einem guten Weg sind.
Leider konnten drei Teilnehmer die Prüfung nicht bestehen. Einer scheiterte zweimal ganz knapp beim Kugelschießen, was wohl eher an seinen Nerven als an seinen Fähigkeiten lag. Einer konnte leider vom Gesamtergebnis her nicht überzeugen und einer erschien aus unerklärlichen Gründen nicht zur praktischen und mündlichen Prüfung.
Am Abschlussabend erhielten die Prüflinge vom Stadjägermeister ihre Urkunden und vom Präsidenten und Lehrgangsleiter bekamen sie neben den Glückwünschen noch einige aufmunternde aber auch mahnende Worte mit auf ihren zukünftigen (Jäger-) Weg, bevor dieser Abend gewohnt feucht und auch lang wurde.
Alles in allem ein ungewöhnlicher Lehrgang, der uns so manches Mal einiges abverlangte, aber auch eine Menge Spaß und Freude bereitet hat.
[Quelle: Jörg Behrens]
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