[17.01.2007]

DJV-Verdienstnadel in Gold für Martin Behrens

Generationen von Bremer Jägern jagdethisch geprägt

Martin Behrens und Gerhard Delhougne bei der Verleihung der DJV-Verdienstnadel in Gold
Foto: Tucholke
Richter i.R. Martin Behrens, Bremen (li.) erhielt die Urkunde und die Goldene DJV-Verdienstnadel aus der Hand von LJB-Präsident Gerhard Delhougne.
Eine besondere Ehrung wurde am 17. Januar 2007 Martin Behrens aus Bremen zuteil. Auf dem Empfang anlässlich seines 75. Geburtstags nahm der pensionierte Richter und ehemalige Vizepräsident des Bremer Landgerichts aus der Hand von DJV-Vizepräsident Gerhard Delhougne die Goldene Verdienstnadel des DJV entgegen. Mit dieser Ehrengabe würdigt das DJV-Präsidium eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise und über Jahrzehnte hinweg um das deutsche Jagdwesen verdient gemacht hat.

Delhougne überbracht in seiner Laudatio die Grüße des DJV-Präsidenten Jochen Borchert und dankte Martin Behrens im Namen aller Bremer Jäger für sein langjähriges Engagement. Dieses sei nicht nur von außergewöhnlicher zeitlicher Konstanz, sondern auch von beachtlicher Bandbreite geprägt. Bereits in jungen Jahren entwickelte Martin Behrens eine große Leidenschaft für Feuerwaffen und deren Geschichte. Seine ausgewiesene Expertise auf diesem Gebiet schlug sich in zahlreichen Artikeln der Fachpresse und in Jagdzeitschriften nieder. Sein Beruf als Jurist prädestinierte ihn, die Ausbildung der Bremer Jungjäger im Fach Rechtskunde zu übernehmen. Diese Aufgabe nahm er – neben seinen anderen ehrenamtlichen Verpflichtungen – 38 Jahre lang wahr. Dass Unterricht in Jagdrecht nicht ausschließlich sture Büffelei sein muss, konnten Generationen von Bremer Jägern bei Martin Behrens erfahren. Der souveräner Stil seines Vortrags, der einen gewissen, verschmitzten Unterton ebenso wenig vermissen ließ wie seine lehrreichen juristischen Anekdoten, bleiben allen, die durch seine Schule gingen, unvergesslich.

Recht und Ethik liegen nah beieinander, allzumal bei der Jagd. Wer wüsste dieses besser zu vermitteln und zu leben, als ein jagender Richter. Wer anderen die Bedeutung des unbestimmten Rechtsbegriffes der Weidgerechtigkeit vermitteln will, der muss etwas von Ethik im allgemeinen und von jagdlicher Ethik im besonderen verstehen. Martin Behrens tut dieses in herausragender Weise und ohne jedes Pathos. Deshalb berief ihn auch der damalige DJV-Präsident Baron von Heeremann in die von ihm gegründete Ethik-Kommission des Deutschen Jagdschutz Verbandes.

Aus der ehrenamtlichen Arbeit im Präsidium der Landesjägerschaft Bremen ist Martin Behrens nicht wegzudenken, obwohl es, wie er selbst sagt, nun auch bald genug der Ehre sei. Er ist seit vielen Jahren Justitiar und Schriftführer der LJ Bremen und viele wichtige Vertragswerke der zurückliegenden Jahrzehnte tragen seine Handschrift, wie z.B. die Satzung der seinerzeit vom Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius gegründeten Stiftung für das Nordwestdeutsche Schießsportzentrum in Waakhausen. Auch die Überführung dieser Stiftung in einen eingetragenen Verein, der nun seit 2005 den Schießstand in Waakhausen betreibt, hat Martin Behrens mit juristischem Können und hohem Arbeitsaufwand über die Bühne gebracht. Die Anerkennung der Landesjägerschaft Bremen e.V. als Naturschutzverband nach § 29 BNatSchG wäre ohne sein Betreiben wohl nicht zustande gekommen. Die Heckwelle dieser Anerkennung hat ihn längst eingeholt: Seitdem die LJB als 29er-Verband bei allen größeren Planvorhaben der Öffentlichen Hand gehört werden muss, kämpft er sich durch Berge von Aktenordnern und erstellt die von der LJB abzugebenden Stellungnahmen.

Als aktiver Jäger und Hundeführer hat Martin Behrens immer dafür gesorgt, dass bei aller Arbeit für’s Ehrenamt die Praxis nicht zu kurz kam. Erst kürzlich hat er eine neue jagdliche Herausforderung in einem schönen Revier nördlich von Bremen angenommen – und die ersten Ansitzeinrichtungen gebaut! Von all den Geschenken, die er zu seinem 75. Geburtstag bekommen hat, präsentierte er eines besonders stolz: Das seiner Frau! Die hat es geschafft, die Augen des Sammlers und Waffen-Experten Martin Behrens leuchten zu lassen: Mit einem Original 98er Mauser-Gewehr, Baujahr 1906, gefertigt für die peruanische Armee, im außergewöhnlichen Kaliber 7,65x53 Argentine, das aussieht, als hätte es erst gestern die Fabrik in Oberndorf verlassen. Jetzt freut er sich schon darauf, die erste Munition für diese schöne Waffe aufzutreiben und nach Waakhausen auf den Stand zu fahren!


[Quelle: LJB]