Neufassung des Bundesjagdgesetzes ist laut Seehofer vom Tisch
Amberg (dpa/lby)
Die geplante Novellierung des Bundesjagdgesetzes ist vom Tisch. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Samstag (21.4.2007) beim bayerischen Landesjägertag in Amberg, dass die Agrarminister von Bund und Ländern bei ihrer jüngsten Tagung im Saarland einen Verzicht auf eine Neufassung des Gesetzes beschlossen hätten. Ein neues Gesetz würde die bisherige Situation bei der Jagd verschlechtern. Die Jäger würden dann zu Gejagten, die sich für ihr Dasein rechtfertigen müssten, meinte Seehofer.
Insbesondere Tier- und Naturschützer hatten eine Abschaffung bisheriger Regelungen gefordert. So hat der Deutsche Tierschutzbund verlangt, dass die Jäger nicht weiter «massenhaft» Haustiere erschießen und «mittelalterlich anmutende» Methoden wie die Fallenjagd anwenden dürften. Die Jäger haben dagegen eine Änderung des Gesetzes vehement abgelehnt.
Bei ihrer Versammlung hatten sich die bayerischen Jäger mit Tierschutzfragen beschäftigt. Nach Einschätzung des Landesjagdverbandes werden zunehmend Brachen und Wildäcker, die bislang als Lebensräume für Wildtiere dienten, wegen der Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen wieder als Anbaufläche für Mais und Raps genutzt. Die Landwirte müssten bei der Ausweitung ihrer Anbauflächen immer auch an die heimische Tierwelt denken, sagte Verbandspräsident Jürgen Vocke.
Zudem bedrohe der stetig anwachsende Straßenverkehr die Tierbestände im Freistaat. Vocke forderte deswegen den verstärkten Einsatz von Wildübergängen an Straßen sowie die Anlage von «wildunfreundlichen» Straßenrändern, damit die Tiere fernbleiben.
Bayerns Agrarminister Josef Miller (CSU) kündigte aus Anlass des Jägertages eine Ausweitung der Initiative zur Verbesserung von Wildlebensräumen außerhalb des Waldes an. Das zunächst nur als befristetes Pilotprojekt konzipierte Vorhaben erhalte 280 000 Euro für zwei spezielle Einzelprojekte. Damit sollen unter anderem in den Regionen Straubing, Würzburg und Hof bessere Lebensräume für Rebhühner geschaffen werden. Zudem sollten die Bauern besser beraten werden. «Die Vielgestaltigkeit unserer Kulturlandschaft aktiv zu verbessern, ist Teil einer nachhaltigen bayerischen Jagdpolitik», sagte Miller.
Jagd-Gegner kritisierten indessen die bayerische Jägerversammlung und insbesondere deren Motto «Jäger - im Dienste der Schöpfung Gottes». Tatsächlich führen die Jäger «Krieg gegen die Schöpfung Gottes», sagte der Vorsitzende der Initiative zur Abschaffung der Jagd, Kurt Eicher, in Heilbronn. Wissenschaftliche Studien bewiesen, dass sich die Natur ohne Eingriff der Menschen selbst regulieren könne. «Wir brauchen keine Jäger, die als Hobby und Freizeitvergnügen Tiere tot schießen.» Laut Eicher sterben jedes Jahr in Deutschland durch Jäger und Jagdwaffen auch rund 40 Menschen und 350 000 Hunde und Katzen.
[Quelle: dpa]
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