Frühjahrsmahd: tödliche Gefahr für Kitze
Jäger und Landwirte müssen zusammenarbeiten, um Jungtiere vor Mähtod zu retten
Foto: DJV
Bei den modernen Kreiselmähwerken und den hohen Arbeitsgeschwindigkeiten hat das Jundwild kaum eine Chance.
|
„Bei ihrer Rettungsarbeit bilden Jäger und Landwirte ein perfektes Team“, informierte DJV-Präsident Jochen Borchert. „Der Jäger kennt die Verhaltensweisen des Wildes, der Landwirt weiß, wo und wann gemäht wird.“ Deshalb ist vor Ort eine enge Zusammenarbeit gefragt. Wichtig ist, dass die Landwirte die zuständigen Jäger rechtzeitig über Mähtermine informieren. Die Waidmänner suchen dann unmittelbar vor der Grasmahd die betroffene Wiese nach Jungtieren ab – und setzen dabei auf den Riecher ihrer ausgebildeten Jagdhunde. Doch selbst die tierischen Spürnasen tun sich manchmal schwer, da die Kitze in den ersten Lebenswochen noch keinen Eigengeruch haben. Deshalb greifen die Jäger noch zu anderen Methoden: Mit grellen Blinklichtern, wehenden Mülltüten oder nächtlicher Musikbeschallung versuchen sie am Abend vor der Mahd, den Argwohn der Eltern zu wecken, damit sie ihren Nachwuchs aus der Wiese führen.
Sehr viel Leben retten können Landwirte, wenn sie bei der Mahd mit ihren Maschinen direkt ins Innere der Parzelle fahren und sich von dort nach außen vorarbeiten, da das Wild dann die Möglichkeit hat, durch das noch stehende Gras zu fliehen. Wird stattdessen von außen nach innen gemäht, ziehen sich die Tiere in die Mitte des Feldes zurück – und werden dort wie auf einer Insel gefangen.
Auf keinen Fall sollten Spaziergänger die Wiesen durchforsten oder Jungtiere anfassen, da Menschengeruch die Mutter abschreckt und die Sprösslinge so zu Waisen werden können. Stattdessen sollen Tierfreunde im wahrsten Sinne des Wortes den Jägern das Feld überlassen.
[Quelle: DJV]
nach oben