Abschuss von Rotwild wird deutlich erhöht
Die Rotwild-Hegegemeinschaft "Platte" zieht die Notbremse und hat den Abschuss von Rotwild drastisch erhöht. Damit reagieren die Jäger auf die dramatisch zunehmenden Wildschäden, besonders im Bereich von Wehen und Naurod.
Die Rotwild-Hegegemeinschaft "Platte" ist gesetzliche Vereinigung der jagdlichen Revierpächter von Wiesbaden, Taunusstein, Idstein und Niedernhausen sowie des Staatsforstes Chausseehaus. Diese mussten sich in der jüngsten Mitgliederversammlung mit den zunehmenden Waldwildschäden und den enormen Feldschäden durch Rotwild, insbesondere an Winterrapskulturen, auseinander setzen.
Der Schadensanteil in Waldflächen, der mit 0,5 Prozent pro Jahr tolerierbar und zulässig sei, so der Vorsitzende Manfred Buchta (Taunusstein), betrage im Gebiet der Hegegemeinschaft zur Zeit 2,4 Prozent "und ist in dieser Höhe nicht hinnehmbar". Die Feldschäden seien insbesondere in den Gemarkungen von Naurod und Wehen besonders hoch und belasteten die schadenersatzpflichtigen Revierpächter finanziell "in bisher nicht gekanntem Maße".
Die Ursachen dieser Schadensentwicklung sind laut Buchta vielfältig. Negativ wirkt sich aus Sicht der Jäger die zunehmende Beunruhigung der Reviere durch frei laufende Hunde, Jogger, Mountain-Biker und Orientierungsläufer aus. "Auch Spaziergänger, die die Wege verlassen und das Wild in seinem Wohn- und Schlafzimmer sowie in seinen Kinderstube beunruhigen und zur Flucht zwingen, tragen zu dieser Entwicklung bei", stellt Manfred Buchta weiter fest.
Das Wild werde dadurch gezwungen, tagsüber in den Einständen zu bleiben und stillt seinen Hunger an Bäumen und Sträuchern. "Nachts tritt es dann auf die Felder und nimmt jede erreichbare Äsung an Feldkulturen auf." Eine weitere Ursache sei die Höhe des Wildbestandes, der mit insgesamt etwa 180 bis 200 Stück Rotwild auf einer Fläche von 14 000 Hektar im Zusammenhang mit den beunruhigten Revieren "ganz offensichtlich schadensrelevant ist".
Die Hegegemeinschaft habe deshalb entschieden, die Abschusspläne im Jagdjahr 2006/ 2007 nicht nur auf den Zuwachs zu beschränken, sondern auch eine Reduzierung des Bestandes vorzunehmen. Insgesamt wurden 80 Stück Rotwild zum Abschuss freigegeben, wobei etwa 65 Stück als jährlicher Zuwachs anzusehen seien und mit 15 Stück in den vorhandenen Bestand eingegriffen werde, rechnet der Vorsitzende vor. Diese Entscheidung, die in dieser Höhe erstmalig getroffen worden sei, sei auch eine Entscheidung zugunsten der Grundstücks- und Waldeigentümer und berücksichtige die Interessen der Landwirtschaft, insbesondere in den Schadensschwerpunkten Naurod und Wehen. Die Hegegemeinschaft hofft, dass mit den Abschüssen die Schäden auf ein tolerierbares Maß zurückgeführt werden können.
In diesem Zusammenhang appelliert die Hegegemeinschaft an alle Hundebesitzer, ihre Hunde anzuleinen. Insbesondere im Frühjahr hätten trächtige Rehe und Rotwild keine Chance gegenüber hetzenden Hunden.
[Quelle: DJV]
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