[09.04.2006]

Landesjägertag Thüringen

Probleme mit Waschbären

Jäger haben nach Angaben des Jagdverbandes in der vergangenen Saison etwa 66 000 Hirsche, Rehe und Wildschweine in Thüringen erlegt. Damit seien von April 2005 bis März 2006 knapp 1500 Stück Schalenwild mehr als im Vorjahr gejagt worden, sagte der Präsident des Landesverbandes, Steffen Liebig, am Samstag in Teistungen (Kreis Eichsfeld). Beim Landesjägertag, der sich mit dem Thema «15 Jahre Thüringer Jagdgesetz» beschäftigte, ging es auch um die Rolle von Jägern bei der Hege der Bestände, den Schutz natürlicher Lebensräume und Probleme mit Waschbären, die vereinzelt bis zu den Stadträndern ausbreiten.

«Wir brauchen die Jägerschaften und die Hegeringe, damit die jagdgesetzlichen Bestimmungen ordnungsgemäß und umfassend umgesetzt werden können», sagte Agrarminister Volker Sklenar (CDU). In dem vom Landtag bereits mehrfach novellierte Jagdgesetz spiele die Hege eine zentrale Rolle. Dazu gehöre unter anderem eine angemessene Wildfütterung im Winter.

Nach Liebigs Angaben brachten die Thüringer Jäger in der vergangenen Saison rund 37 000 Rehe, 21 000 Wildschweine und 5500 Hirsche zur Strecke. Zusätzlich hätten sie etwa 1200 Stück Muffelwild und 900 Stück Damwild erlegt. Zudem widmeten sie sich der Erhaltung von Biotopen, um der bereits eingetretenen Verarmung der Natur und Landschaft zu begegnen.

«Wir müssen uns jetzt mit allen Kräften auf die Erstellung eines Bundesjagdgesetzes konzentrieren», sagte Liebig. Eine Einschränkung der Jagd würde sich verheerend auf die Wildbestände auswirken und sei zwangsläufig mit Wildschäden verbunden. In Thüringen gibt es mehr als 10 000 Jäger.

Nach Ansicht des Verbandes bedrohen Waschbären zunehmend heimische Bodenbrüter wie Rebhühner und Fasane. Im vergangenen Jagdjahr wurden etwa 1800 Waschbären erlegt. Das waren laut Geschäftsführer Frank Herrmann 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Tiere breiteten sich im Freistaat von Nordwesten nach Südosten aus, sagte er in einem dpa- Gespräch. Sie stammten teilweise aus Gehegen zur Pelzproduktion oder seien auf Grund von falscher Tierliebe ausgesetzt worden. Sie siedelten sich mittlerweile auch in Städten an, wo sie etwa Müllkübel leerten. Bis zum nördlichen Stadtrand von Erfurt hätten sie sich ausgebreitet.

 

[Quelle: DJV]