Brandenburg: «Meister Lampe» flächendeckend vertreten
Feldhase ist zwar kein Brandenburg-Fan aber nicht vom Aussterben bedroht
Ein ausgesprochener Brandenburg-Fan ist «Meister Lampe» zwar nicht, aber die Versorgung mit Ostereiern dürfte dennoch gesichert sein: Mit derzeit 80 000 bis 90 000 Exemplaren ist die Feldhasen-Population in der Mark zwar stabil, aber auf niedrigem Niveau. «Der Hase liebt die Abwechslung und braucht vielfältige Nahrung, und die findet er bei der großflächigen Landwirtschaft in Brandenburg nicht», sagt Grit Greiser von der Landesforstanstalt Eberswalde, Länderbetreuerin im Projekt «Wildtier-Informationssystem der Länder in Deutschland». Zudem fehlten vielfach Hecken und Sträucher, wo die Hasen Schutz vor den gierigen Beutegreifern finden.Auch der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Bernd Möller, meint: «Der Hase braucht seine Häschenapotheke, also viele verschiedene Kräuter». Wegen ihres geringen Aktionsradius' könnten Hasen diese auf den oft riesigen Feldern mit Monokulturen aber nicht finden. Weil es recht wenig Mümmelmänner in Brandenburg gibt, verzichten die Jäger im Land seit Jahren freiwillig auf Hasen- Treibjagden. «Wenn sie geschossen werden, dann vor allem wegen des Forstschutzes», erklärt Möller. Denn die so possierlich anmutenden Tiere richten nicht selten immense Schäden an.
«Zwei Hasen können genauso große Schäden verursachen wie ein Reh», ergänzt der Referatsleiter Jagdwesen im Potsdamer Agrarministerium, Roland Maier. So knabbern die Hasen mit Vorliebe die Knospen an jungen Eichen und Buchen ab. Aus überwiegend Forstschutzmaßnahmen wurden im Jagdjahr 2003/2004 - aktuellere Zahlen liegen nicht vor - knapp 620 Hasen erlegt. «Das Gros der getöteten Hasen kam aber auf den Straßen ums Leben», sagt Maier. Die so genannte Gesamtstrecke in dem Jagdjahr betrug rund 3310 Hasen.
Nach Auskunft von Maier ist in den vergangenen Jahren bereits Einiges getan worden, damit sich die Langohren in der Mark wieder heimischer fühlen - so wurden Hecken und Böschungen angepflanzt. Dennoch ist Brandenburg - wie der ganze Osten Deutschlands - nach den Worten von Expertin Greiser kein Hasen-Land: «Während etwa in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 35 Exemplare je 100 Hektar leben, sind es in der Mark gerade einmal 6.» Aber immerhin sei «Meister Lampe» flächendeckend vertreten und, so betont auch Maier, keineswegs vom Aussterben bedroht.
Gleiches gilt für seine Artgenossen aus Schokolade oder Marzipan: Sie sind aktuell - rund zwei Wochen vor Ostern - überall präsent. Der Glaube an den Osterhasen ist in Deutschland seit Ende des 17. Jahrhunderts bezeugt. Erklärungen reichen vom eierlegenden Fruchtbarkeitssymbol bis zu einer falsch gedeuteten Darstellung des Osterlamms. Zunächst setzten sich die Langohren als Eierbringer aber nicht überall durch. «Konkurrenten» waren anfangs unter anderem Hahn, Ostervogel, Fuchs und Storch. Doch spätestens seit Beginn der Massenproduktion von «Meister Lampe» in Schokoform war der Siegeszug des Osterhasen nicht mehr aufzuhalten.
[Quelle: DJV]
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