[09.06.2010]

Bundesjägertag 2010: Neue DJV-Satzung verabschiedet

Erste Ergebnisse des Schwarzwild-Modellprojekts in Templin vorgestellt

Blick auf die Delegierten beim Bundesjägertag 2010 in Templin
Foto: DJV
Volles Programm für die Delegierten auf dem BJT 2010 in Templin.

 

Mehr als 400 Jäger aus allen Regionen Deutschlands tagten am 3. und 4. Juni im brandenburgischen Templin. Auf dem Bundesjägertag 2010 ging es neben der Entwicklung der Wildschweinbestände in der Kulturlandschaft vor allem um die Umsetzung der im letzten Jahr beschlossenen Reformen innerhalb des DJV.

Im Jahre eins nach der Sonderdelegiertenversammlung von Bonn 2009 standen die dort getroffenen Entscheidungen im Mittelpunkt. DJV-Präsident Jochen Borchert berichtete über die erfolgreiche Umsetzung von allen damals getroffenen Beschlüssen. So sind sämtliche Vorbereitungen für den Umzug im Sommer 2011 nach Berlin wie geplant abgeschlossen, ein Büro in Brüssel ist eingerichtet, erste Fachausschüsse wurden installiert und die Aufgaben im Präsidium neu verteilt. Nach vielfältigen Beratungen und Vorbereitungen durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Deuschle, verabschiedete die Delegiertenversammlung einstimmig die vom Präsidium vorgeschlagene neue Satzung. Ebenfalls einstimmig erfolgte die Entlastung des Präsidiums. Der von DJV-Schatzmeister Dietrich Möller vorgestellte Sparhaushalt für 2010/2011 fand die Zustimmung aller Landesverbände mit Ausnahme des Landesjagdverbandes Schleswig-Holsteins und weniger Einzelstimmen.

Weiterer Schwerpunkt des Bundesjägertages war das Thema Wildschwein. Auf einem Agrarbetrieb nahe Röddelin stellten DJV und Bauernverband am 3. Juni das gemeinsame Modellprojekt „Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft“ vor, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Insgesamt sechs Betriebe in Deutschland nehmen daran teil. Das Ziel: Wildschweine durch Schneisen in Maisfeldern effektiver zu bejagen und gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern. Unter dem Titel „Schwarzwild – nur eine Herausforderung für Jäger?“ diskutierten am folgenden Tag Experten über die Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Unbestritten ist, dass Allesfresser wie das Wildschwein vom großflächigen Energiepflanzen-Anbau enorm profitieren. Spezialisten wie Feldlerche oder Rebhuhn haben immer öfter das Nachsehen.

Die Delegierten untermauerten am Freitag die Forderung nach einem einheitlichen Jagdrecht mit einer Resolution. Gemeinsam mit dem Bauernverband (DBV) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) verabschiedeten die Jäger zudem eine Stellungnahme zum Erhalt des Reviersystems. Hintergrund ist die Klage eines Jagdgegners vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Mit seinem Ansinnen, die Jagd auf seinen Flächen aus Gewissensgründen nicht zu dulden, war er in allen Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht gescheitert. Die flächendeckende Bejagung ist unter anderem wichtig, um Seuchenzüge – etwa durch die Schweinepest – zu verhindern oder Verbissschäden zu minimieren.

 

Blick auf den Tisch des DJV-Präsidiums beim Bundesjägertag 2010 in Templin
Foto: DJV
Das Präsidium des DJV auf dem Bundesjägertag 2010 in Templin.

 

[Quelle: DJV]

Weitere Informationen:
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